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Pressemitteilung vom 7. Februar 2018

LVR-Klinik Langenfeld: Neue Leitung der psychiatrischen Versorgung des Kreises Mettmann

Frau Prof. Dr. Janssen und Frau Krings im Gespräch
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Wechsel in der chefärztlichen Leitung: Prof. Dr. Birgit Janssen löst Dr. Wolfgang Schwachula ab; in der Pflegedienstleitung folgt Christine Krings auf Isolde Schmid-Rüther

Langenfeld. Die für den südlichen und mittleren Kreis Mettmann verantwortliche Abteilung Allgemeine Psychiatrie 2 der LVR-Klinik Langenfeld hat eine neue duale Leitung. Dr. Wolfgang Schwachula, seit 1999 Chefarzt der Abteilung, ist zum 31.12.2017 in den Ruhestand gegangen. Im August war die Pflegedienstleitung der Abteilung, Isolde Schmid-Rüther, nach über 40 Dienstjahren verabschiedet worden.

Herrn Dr. Schwachula folgt Professor Dr. Birgit Janssen nach. Sie war zuvor Leitende Oberärztin am LVR-Klinikum Düsseldorf, Kliniken der Heinrich-Heine-Universität, an dem sie nach dem Studium der Psychologie in Bochum und der Humanmedizin in Berlin sowie einer dreijährigen Station am Wenckebach Krankenhaus Berlin, als Assistenzärztin begann. Ihre Habilitation beschäftigte sich mit dem Thema „Qualitätsmanagement in der Psychiatrie am Beispiel der Behandlung schizophrener Patienten - Ergebnisse psychiatrischer Versorgungsforschung“. Ihre Forschungsgebiete umfassen unter anderem die Felder Psychische Erkrankung und Arbeit, Früherkennung psychischer Störungen, Aufbau von Spezialambulanzen (u.a. Depression). Sie erhielt seitens der Focus-Liste das Prädikat Top-Medizinerin für den Schwerpunkt Schizophrenie.

Christine Krings, die ab September Isolde Schmidt-Rüther als Pflegedienstleitung nachfolgte, arbeitet, nach ihrer Ausbildung im St. Martinus Krankenhaus und einer kurzen Station im EVK Mettmann, seit 2002 in der LVR-Klinik. Nach Weiterbildungen zur Stationsleitung und zur Praxisanleiterin studierte sie berufsbegleitend Pflegewissenschaften und schloss mit dem Master Pflegemanagent ab.

Die Abteilung Allgemeine Psychiatrie 2 versorgt die Städte Langenfeld, Monheim, Haan, Mettmann, Erkrath und Hilden. Neben dem stationären akutpsychiatrischen Angebot am Hauptstandort in Langenfeld, verantwortet sie stationäre Angebote zur Psychotherapie, die Tagesklinik mit Ambulanz in Hilden am St. Josefs Krankenhaus, Institutsambulanz, die Ambulanz für Migrantinnen und Migranten in Langenfeld und Leben in Gastfamilien, ein betreutes Wohnungsangebot für psychisch erkrankte Menschen. Zukünftig ist eine weitere Tagesklinik mit Ambulanz in Mettmann geplant, sie soll auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses entstehen. Beide Krankenhäuser freuen sich auf vielfältige Kooperationsmöglichkeiten bei diesem Projekt.

Professor Janssen verfügt neben ihrer wissenschaftlichen Expertise über große Erfahrung in dem Betrieb von Tageskliniken. „Die Entwicklung geht seit Jahren dahin, stationäre Aufenthalte zu reduzieren und erkrankte Menschen tagesklinisch und ambulant – und damit auch wohnortnah- zu behandeln,“ so Janssen. „Dies ist der Grund für das große Dezentralisierungsprojekt der LVR-Klinik Langenfeld, im Zuge dessen auch die Tagesklinik mit Ambulanz in Mettmann entstehen soll.“ Zudem ergeben sich aus neuen, gemeindenahen Standorten weitere Möglichkeiten für neue Behandlungsmodelle, beispielsweise die aufsuchende Behandlung zu Hause.

Wechsel in der chefärztlichen Leitung: Kurzinterview mit Frau Prof. Dr. Birgit Janssen, neue Chefärztin der Abteilung Allgemeine Psychiatrie 2

Prof. Dr. Janssen
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Frau Professor Janssen, die LVR-Klinik Langenfeld, Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, plant die Erweiterung ihres Angebotes in Mettmann. Was genau haben Sie vor?

Auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses Mettmann (EVK) wird eine allgemeinpsychiatrische Tagesklinik mit 30 Plätzen und eine Institutsambulanz entstehen. Es werden psychiatrische Behandlungsangebote im Bereich der allgemeinen Psychiatrie, der Gerontopsychiatrie (Alterspsychiatrie) und im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen vor Ort sein. Geplant ist, drei Etagen in einem Gebäude des EVK für diesen Zweck umbauen zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen einer stationären, tagesklinischen und ambulanten Behandlung?

Die tagesklinische Behandlung erfolgt teilstationär tagsüber, das heißt, die Patientinnen und Patienten sind abends zu Hause. Die ambulante Behandlung findet in Einzelterminen bei einer Ärztin oder einem Arzt statt. Es ist geplant, zu prüfen, ob auch ein sogenanntes Home Treatment, also die Behandlung im eigenen Zuhause, oder andere, die stationäre Behandlung ersetzende Leistungen angeboten werden können.

Welche Verbesserungen in der Versorgung gehen damit einher?

Die Erweiterung des Behandlungsangebotes vor Ort im Sinne einer gemeinde- und wohnortnahen Psychiatrie kann zu einer Vermeidung oder Verkürzung von stationären Aufenthalten der Bürgerinnen oder Bürger des Kreises Mettmann führen.

Welche Erkrankungen werden zukünftig vor Ort in Mettmann behandelt werden können?

Im Prinzip die ganze Bandbreite psychischer Erkrankungen, affektive Störungen wie Depressionen, Angsterkrankungen, Demenzen, Abhängigkeiten.

Sind Kooperationen mit dem EVK geplant?

Ja, in jedem Fall. Geplant sind die Inanspruchnahme gegenseitiger Leistungen, seien es infrastrukturelle wie Verpflegung, Technik, Labor usw. für unsere Einrichtung oder auch ärztliche Leistungen wie somatische Konsile des Klinikums für uns oder psychiatrische Konsile unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das EVK.

Welche therapeutischen Angebote wird es geben?

Neben Gruppentherapien - zum Beispiel Depressions-, Angst-, Soziale Kompetenz-Gruppen - und Einzelgesprächen wird es Angebote der Kunst-, Musik- und Sporttherapie geben.