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Pressemitteilung vom 20. Oktober 2015

LVR-Klinik wird Umwelt-Zertifikat erneut bestätigt

EMAS-Zertifikat

EMAS Re-Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen

Langenfeld. Die LVR-Klinik in Reusrath wurde erfolgreich nach EMAS rezertifiziert. EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein freiwilliges Instrument der Europäischen Union, das Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche dabei unterstützt, ihre Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Zwei Jahre umfasste die Vorbereitungszeit, bevor ein externer Umweltgutachter die Klinik im letzten Jahr erstmals besuchte und einer Prüfung unterzog. Organisationen jeder Art werden mit dem EU-Label ausgezeichnet, wenn sie die strengen Anforderungen der EMAS-Verordnung erfüllen. EMAS-Teilnehmer verbessern kontinuierlich ihre Umweltleistung mithilfe eines standardisierten Management-Systems.

Die Rezertifizierung in diesem Jahr erfolgte ebenfalls durch einen externen Auditor. Er unterzog unter anderem die Bereiche Heizkraftwerk, Abfallmanagement und Arbeitstherapie biologischer Gartenbau einer kritischen Prüfung und bestätigte das Umwelt-Zertifikat.

Unabhängig vom Umweltmanagementsystem EMAS bemüht sich die Langenfelder Fachklinik bereits seit Jahren um Umweltmaßnahmen und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes.

Sie hat den gesamten Fuhrpark, das heißt, 17 Fahrzeuge mit der Unterstützung der Stadtwerke Langenfeld auf Erdgasbetrieb umgestellt. Nachdem die Fahrzeuge alle in Langenfeld betankt werden, ist hier jetzt festzustellen, dass durch das hier verwendete Gas die Emission der Fahrzeuge auf nahezu Null zurückgefahren werden konnte.

Die LVR-Klinik hat außerdem vor mehreren Jahren drei Fahrradboxen an der S-Bahn erworben, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, mit dem Fahrrad zwischen der S-Bahn und der Klinik pendeln zu können. Weiterhin gibt es im Klinikgelände 342 Fahrradstellplätze, davon sind 80 Stück als geschlossene Außenstellplätze vorhanden. Der überwiegende Teil der übrigen Stellplätze ist überdacht.

Nachdem beim Umbau des Hauses 53 das Dach saniert wurde, erfolgte die Installation der Photovoltaikanlage auf der gesamten Fläche von 1.650 m2. Durch die Anlage ergibt sich eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes von ca. 62.605 kg pro Jahr. Die Gesamtleistung der Anlage beträgt 78,4 kWp. Es wird mit einer Strommenge in Höhe von 70.669 kWh im Jahr gerechnet.

Schon seit 22 Jahren wird das Warmwasser und zum Teil das Heizungswasser mit Blockheizkraftwerken erzeugt. Diese laufen ausschließlich im Gasbetrieb und hatten vor vielen Jahren eine Beheizung mit Leicht- und Schwerölen sowie Kohle abgelöst. Die bisherigen Blockheizkraftwerke werden in diesem Jahr durch drei neue effizientere Blockheizkraftwerke abgelöst werden. Hierdurch wird zusätzlich eine deutlich verringerte Umweltbelastung erreicht. So werden die NOx Werte voraussichtlich um 44% bis 73% reduziert und die CO Werte um ca. 75%. Auch die Lärmgeräusche werden um ca. 6% bis 27% reduziert.

In der Klinikküche, in der für ca. 800 Menschen täglich das Geschirr und die Utensilien der Küche gespült werden, wurde zum Einen durch eine neue Lüftungsanlage in der Spülstraße durch Wärmerückgewinnung der Energiebedarf reduziert. Zum Anderen wurde durch neue Bandspülmaschinen der Energiebedarf zur Reinigung des Geschirrs deutlich reduziert.

Der Gutshof der LVR-Klinik Langenfeld wird seit 1986 für den Ergotherapiebereich als Arbeitstherapie biologischer Gartenbau genutzt. Die Klinik ist Mitglied bei „Bioland“, einem der anerkannten Verbände für kontrollierten biologischen Anbau. Beim Anbau der Produkte wird auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel und mineralischer Stickstoffdünger verzichtet. Die Fruchtfolgen sind vielseitig, um die Pflanzen vorbeugend gesund zu erhalten. Zur Förderung von Nützlingen werden Hecken und Blumenbeete angelegt. Gegen Schädlinge und Krankheiten helfen Netze, Brühen und Tees. Geprüft wird derzeit die Möglichkeit der Eröffnung eines Hofladens. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben schon seit längerem die Möglichkeit, die Produkte, zum Beispiel durch das Abonnement der „Gemüsetüte“, zu erhalten.

Die Klinik hat bereits zwei große und 8 kleinere Insektenhotels installiert, um Insekten auf der Streuobstwiese eine zusätzliche Heimat zu bieten. Im letzten Frühjahr erfolgte auf dem Gutshof auch eine Stationierung von zwei Bienenvölkern.

Zur Arterhaltung von Fledermäusen hat sich die Klinik an dem Programm der Stadt Langenfeld beteiligt und zwanzig Nistkästen montiert. Inzwischen werden in der Klinik wieder Fledermäuse beobachtet.
Es sind außerdem ein Schleiereulenkasten sowie zwei Turmfalkennistkästen montiert.

Der Landschaftsverband Rheinland hat in all seinen Liegenschaften vorgeschrieben, dass bei der Fällung von Bäumen, die sich aus Sicherheitsgründen bei dem teilweise über 100 Jahre alten Bestand nicht immer vermeiden lässt, die Baumstumpen grundsätzlich stehen bleiben. Diese werden zerfallen und bieten hervorragende Möglichkeiten für zahllose Käfer und Insekten an.

Mehrfach wurde beobachtet, dass Igel beim Überqueren eines bestimmten Teils der Klinikstraßen überfahren wurden. Hier hat die Klinik aus Altholz eine Igelsperre errichtet.

Holger Höhmann, Vorsitzender des Klinikvorstands, freut sich über das bisher Erreichte. „Uns ist es wichtig, unseren Beitrag zur Erhaltung der Umwelt zu leisten. Dies sehen wir sowohl global, als auch im Hinblick auf die Gesundheit unserer Patienten und Mitarbeiter.“