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Spezielles psychiatrisches Angebot für psychisch erkrankte Erwachsene mit geistiger Behinderung

An wen richtet sich das Angebot?

Eine geistig behinderte junge Frau auf einer Schaukel.

Das Kompetenzzentrum nimmt Erwachsene mit geistiger Behinderung zur Krisenintervention sowie zur zeitlich begrenzten Behandlung auf, wenn eine psychische Störung vorliegt, die einer stationären Krankenhausbehandlung bedarf.

Was steckt konzeptionell dahinter?

Menschen mit geistiger Behinderung neigen infolge von Hirnschädigungen, einer zusätzlichen Benachteiligung und anders verlaufenden Sozialisationsprozessen häufiger als Menschen ohne geistige Behinderung zu psychischen Erkrankungen.

Daher benötigen sie spezielle psychiatrische, psychologische und pädagogische Hilfen. Die Behandlung sollte einen Lern- und Handlungsrahmen schaffen, den ein Mensch mit geistiger Behinderung überschauen, verstehen und begreifen kann.

Therapie findet im „therapeutischen Milieu“ statt. Der (erkrankte) Mensch mit geistiger Behinderung wird ganzheitlich gesehen, Bezugspflege in Anlehnung an die Aktivitäten des täglichen Lebens ermöglicht individuelle Lern- bzw. Veränderungsprozesse.

Spezielle psychiatrische Hilfe für Menschen mit geistiger Behinderung ist zugeschnitten auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten, Grenzen und Möglichkeiten des erkrankten bzw. in eine Krise geratenen Menschen mit geistiger Behinderung.

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Was bieten wir?

Mann von hinten vor einer beleuchteten Wassersäule.

Die Behandlung auf den Stationen 40 und 41 des Kompetenzzentrums für geistig Behinderte wird durch ein multiprofessionelles Team durchgeführt. Ärzte/innen, Psychotherapeuten/innen, Krankenpfleger/innen, Sozialarbeiter/innen, Erzieher/innen, Kunst-, Ergo-, Sport- und Musiktherapeuten/innen arbeiten gemeinsam am therapeutischen Prozess, um das festgelegte Behandlungsziel zu erreichen.

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Behandlungsverfahren und Methoden:

  • verhaltenstherapeutische Einzelsitzungen
  • verhaltenstherapeutische Gruppen:
    • Soziales-Kompetenz-Training
    • Selbstwahrnehmungsgruppe
    • Skills-Training
    • Problemlösegruppe
    • Entspannungsgruppe
    • Medikamentöse Therapie
    • Ergotherapie (Werkgruppe und Aktivierungsgruppe)
    • Arbeitstherapie
    • Sozio- und Milieutherapie
    • Sporttherapie
    • Musiktherapie (Singgruppe, Improvisationsgruppe und Einzeltherapie)
    • Kunsttherapie
    • Individualgruppe
    • Kochtraining

Bereichsstruktur

Das Kompetenzzentrum besteht aus einer Spezialambulanz und 4 Stationen.
Die offen geführte psychotherapeutisch ausgerichtete Station 40, die forensische Station 40a, die geschlossen geführte Station 41 und die Reha-Station 41a.

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Indikation für die Aufnahme

  • Unruhe- und Erregungszustände
  • Schlafstörungen
  • affektive Störungen wie depressive Verstimmungen oder Gereiztheit
  • Impulsivität, Aggressivität, emotionale Labilität
  • autistische Zustandsbilder
  • selbstverletzendes Verhalten
  • Anfallsleiden
  • psychotische Zustandsbilder
  • Verlustangst und andere Angstzustände
  • Probleme bei Ablöseprozessen (z.B. aus dem elterlichen Umfeld)
  • psychosomatische Beschwerden
  • Leistungsabfall nach nachlassender Belastungsfähigkeit
  • Dissozialität
  • kriminelle Handlungen
  • sexuelle Auffälligkeiten
  • Verwahrlosungssymptome
  • plötzliche Veränderung der Wesensart und des Verhaltens